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"Warum sagt Bernd eigentlich Basta?", wurden wir neulich gefragt. Ganz einfach: Bernd ist wütend. Er will etwas verändern. Er kann nicht glauben, dass in unserer "aufgeklärten" Informations-Gesellschaft Dinge derart aus dem Ruder laufen können, wie es beim Hanfverbot der Fall ist. Hanf wurde nicht des Rausches wegen verboten, oder gar, weil er gefährlich ist, sondern weil es einer Handvoll rassistischer Lobbyisten und Politiker gerade in den Kram passte ... das war Anfang des letzten Jahrhunderts. Dennoch wird gerade von den konservativen Parteien unbeirrt am Verbot festgehalten. Koste es, was es wolle ...

 

Vor allem in Bayern (also auch in Franken, wo unser Roman spielt) klammert man sich geradezu ans Festhalten. An vermeintlich Altbewährtes, Bekanntes. An Begriffe wie "Heimat", Folklore ... Und in diesem Zusammenhang auch an ver-kulturisierte Nahrungsmittel, die keine sein sollten. Ja, Hopfen und Weintrauben sind gesund. Aber nur OHNE Alkohol. Bier trinken, um besser schlafen zu können? Gähn ... Dann wenigstens Kloß mit Soß! Jein ... Fertigsoßen gibt es noch nicht all zu lange. Und wer die Kartoffel und deren Erzeugnisse als Kulturgut feiert, sollte wissen, dass Kolumbus ohne Hanf gar nicht hätte aufbrechen können, um Amerika und seine neue Pflanzenwelt kennenzulernen. Ohne Hanf keine Kartoffel, keine Tomate, kein Mais. Ohne Hanf auch keine erfolgreiche Verbreitung der Bibel. Ohne Bibel keine CSU. Ohne CSU keine Kreuze in bayerischen Schulen und Ämtern. Böser Hanf!* Dabei wurde die "frohe" Botschaft, dass Jesus für die Menschheit am Kreuz verbluten durfte, auch nur importiert**. So, wie die Hanfpflanze vor vielen Jahren.

Seit das Deutsche Reinheitsgebot Hanf als Zutat für deutsches Bier ausschloss, spielt Hanf als Droge in der Öffentlichkeit keine bedeutende Rolle mehr. Und als die Pflanze verboten wurde, durfte sie auch anderweitig keine Rolle mehr spielen. Aber ist Hanf deshalb kein Kulturgut? Obwohl er unsere Welt über viele Jahre entscheidend prägte? Sollten wir dieser Pflanze nicht dennoch eine Chance geben? Der Artenvielfalt, der Welternährung und der Nachhaltigkeit zu Liebe? Für eine lebenswerte Zukunft auf unserem Planeten. Ach, was solls: Und auch des Rausches wegen! Es sollte doch jeder Erwachsene selbst entscheiden dürfen, ob er sich durch Alkohol, durch Cannabis oder ein anderes Rauschmittel eine kleine Alltagspause gönnen möchte. Wenn er niemanden damit stört.

 

Unser Roman Bernd sagt Basta spielt im Jahr 2016. Ein gutes Jahr! Ein Jubeljahr! Sie erinnern sich? Wir feierten 500 Jahre Deutsches Reinheitsgebot. Und 20 Jahre Deutscher Nutzhanf!

 

Bernd sagt Basta erzählt die Geschichte eines jungen Rheumapatienten, der nach alternativen, natürlichen Heilmitteln sucht. Aber gegen Rheuma ist kein Kraut gewachsen. Rheuma kann man nicht heilen. Zumindest noch nicht. Dennoch erhofft sich Bernd - der Held unseres Romans - durch Hanf nicht weniger, als sein "altes", unbeschwertes Leben zurück zu bekommen. Sein Leben als funktionierender, zufriedener Mensch. Aber Kiffen ist verboten ...

... selbstverständlich spielt auch die CSU eine wichtige Rolle im Roman. Und wir haben auch nicht an Wein und Bier gespart. Eine Weinprinzessin ist an Bord, ja eine ganze Horde Majestäten. Sogar Marlene Mortler, die Deutsche Bundesdrogenbeauftragte bleibt nicht unerwähnt.

 

*Sowohl Alkohol, als auch der Glaube haben ihre Berechtigung. Es darf nur nicht sein, dass eine Partei der Bevölkerung vorschreiben will, welche Religion die wahre, die richtige und welche Droge die einzig legitime sei. Wer Anders- oder Nichtgläubige als Selbstverleugner beschimpft, wer Kiffer als Verbrecher verfolgt, aber selbst begeistert Alkohol konsumiert, sollte sich schämen!

** Im Gegensatz zur Tötungsmethode des Erhängens, welche auch in unseren Gefilden sehr beliebt war ... hier kann wiederum auf die guten Material-Eigenschaften des Hanfs verwiesen werden. Siehe auch Sprichwort: Besser den Hanf in den Händen als am Halse.

 

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Wer mehr über die Pflanze Hanf, deren Verbot oder deren medizinische Nutzung wissen möchte, kann auf dieser Seite einige Informationen, aber auch viele Links zu weiteren Hanfseiten finden. Für mehr Infos zu unserem Roman einfach auf den kleinen Medizinmann klicken!

 

Hanf, eine der ältesten Kultur- und Heilpflanzen der Welt

 

Hanf (Cannabis Sative L.) ist eine der ältesten Kultur- und Heilpflanzen der Welt. Die ersten Funde in Deutschland reichen zurück in die Jungsteinzeit und wurden 1925 in Eisenberg / Thüringen entdeckt. Die dort neben Hülsenfrüchten ausgegrabenen Hanfsamen sind wahrscheinlich um die 5500 Jahre alt.

 

Die Blüten der Hanfpflanze dienten schon den alten Chinesen als Medizin gegen Rheuma, Magenbeschwerden, sowie viele andere Krankheiten und Wehwehchen. Ob im Gebiet des heutigen Deutschlands Hanf als Rauschmittel oder Medizin angebaut wurde, ist unklar. Wahrscheinlich dienten die Pflanzen in der Regel der Faser- oder Nahrungsgewinnung. Denn Hanf kann noch viel mehr als nur berauschen. Die Hanfnüsschen - also die Hanfsamen - können zu Öl oder Mehl verarbeitet werden und sind sehr gesund. Sie berauschen aber nicht, weil sie keine Cannabinoide enthalten. Die äußerst robusten Fasern der Pflanze waren schon immer sehr beliebt. Sie wurden zu Seilen, Stoffen und später auch Papier verarbeitet. Heute werden auch Dämm- und Verbundstoffe daraus hergestellt.

Da die Fasern aber recht schwer zu verarbeiten sind, bekam die Pflanze spätestens im zwanzigsten Jahrhundert große Konkurrenz. Zum Beispiel durch den Papierwerkstoff Holz, durch die in den zwanziger Jahren auf den Markt drängenden Kunstfasern, aber auch durch Baumwolle. All diese "Alternativen" sind eigentlich keine, wenn man ihre Öko-Bilanz betrachtet. Holz und Baumwolle sind zwar ebenfalls nachwachsende Rohstoffe, aber um aus Holz Papier herzustellen, benötigt man Chemikalien. Und so ein Baum braucht eben seine Zeit ... Baumwolle hingegen benötigt nicht nur Unmengen an Pestiziden, sondern auch deutlich größere Mengen an Wasser als etwa Hanf. Gerade in den Ländern, in denen sie verstärkt angebaut wird, reicht der Niederschlag bei Weitem nicht aus. Die Folgen für Tier, Mensch und Natur sind verheerend.

Warum Hanf dann überhaupt verboten wurde? Wie schon gesagt: Vermutlich wegen einer Handvoll amerikanschier Lobbyisten. Aus wirtschaftlichen Gründen. Aus rassistischen Gründen. Aber wohl nicht wegen seiner berauschenden Wirkung. Viele Hanfsorten haben überhaupt keine berauschende Wirkung. Ihnen fehlen dazu einfach die richtigen Gene. Oder der THC-Gehalt wurde "herausgezüchtet".

Jedenfalls ist Hanf in Deutschland wieder auf dem Vormarsch. Seit 1996 darf wieder Nutzhanf angebaut werden. Und Medizinal-Hanf demnächst auch, da in Deutschland seit März 2017 Cannabis, also Hanf, vom Arzt als Medizin verschrieben werden darf. Wer THC-Hanf aber einfach "nur" aus Spaß an der Freude, als reines Genussmittel konsumiert, macht sich weiterhin strafbar. Und der private Anbau der Pflanze - im Garten oder auf dem Balkon, egal ob als Medikament oder Genussmittel - ist seit dem neuen Cannabis-als-Medizin-Gesetz ebenfalls wieder komplett verboten! Nur leider funktioniert das Gesetz nicht, wie es soll. Viele Patienten müssen sich ihr Recht auf eine recht "sanfte" Medizin ohne zerstörerische Nebenwirkungen hart erkämpfen. Lieferengpässe - falls man diese angesichts der fehlenden Mengen noch so nennen kann - sorgen dafür, dass auch "legale" Hanf-Patienten wieder in die Illegalität gedrängt werden. Zudem macht die Pharmalobby zunehmend Politik gegen Hanfblüten als Medizin.


springendes Schaf mit Hanfblatt - Bernd sagt Basta