Hanf, eine der ältesten Kultur- und Heilpflanzen der Welt

 

Hanf (Cannabis Sative L.) ist eine der ältesten Kultur- und Heilpflanzen der Welt. Die ersten Funde in Deutschland reichen zurück in die Jungsteinzeit und wurden 1925 in Eisenberg / Thüringen entdeckt. Die dort neben Hülsenfrüchten ausgegrabenen Hanfsamen sind wahrscheinlich an die 6000 Jahre alt.

 

Die Blüten der Hanfpflanze dienten schon den alten Chinesen als Medizin gegen Rheuma, Magenbeschwerden und viele andere Krankheiten und Wehwehchen. Ob im Gebiet des heutigen Deutschlands Hanf als Rauschmittel oder Medizin angebaut wurde, ist unklar. Wahrscheinlich dienten die Pflanzen in der Regel der Faser- oder Nahrungsgewinnung. Denn Hanf kann noch viel mehr als nur berauschen. Die Hanfnüsschen - also die Hanfsamen - können zu Öl oder Mehl verarbeitet werden und sind sehr gesund. Sie berauschen aber nicht, weil sie keine Cannabinoide enthalten. Die äußerst robusten Fasern der Pflanze waren schon immer sehr beliebt. Sie wurden zu Seilen, Stoffen und später auch Papier verarbeitet. Heute werden auch Dämm- und Verbundstoffe daraus hergestellt.

Da die Fasern aber recht schwer zu verarbeiten sind, bekam die Pflanze spätestens im zwanzigsten Jahrhundert große Konkurrenz. Zum Beispiel durch den Papierwerkstoff Holz, durch die in den zwanziger Jahren auf den Merkt drängenden Kunstfasern, aber auch durch die Baumwolle. All diese "Alternativen" sind eigentlich keine, wenn man ihre Öko-Bilanz betrachtet. Holz und Baumwolle sind zwar ebenfalls nachwachsende Rohstoffe, aber um aus Holz Papier herzustellen, benötigt man Chemikalien. Und so ein Baum braucht eben seine Zeit ... Die Baumwolle hingegen benötigt deutlich größere Mengen an Wasser als etwa der Hanf. Gerade in den Ländern, in denen sie verstärkt angebaut wird, reicht der Niederschlag bei Weitem nicht aus. Die Folgen für Tier, Mensch und Natur sind verheerend.

Warum der Hanf dann überhaupt verboten wurde? Vermutlich wegen einer Handvoll amerikanschier Lobbyisten. Aus wirtschaftlichen Gründen. Aus rassistischen Gründen. Aber wohl nicht wegen seiner berauschenden Wirkung. Viele Hanfsorten haben überhaupt keine berauschende Wirkung. Ihnen fehlen dazu einfach die richtigen Gene.

Jedenfalls ist der Hanf in Deutschland wieder auf dem Vormarsch. Seit 1996 darf wieder Nutzhanf angebaut werden. Und Medizinal-Hanf demnächst auch, da in Deutschland seit März Cannabis, also Hanf, vom Arzt als Medizin verschrieben werden darf. Wer THC-Hanf aber einfach "nur" aus Spaß an der Freude, als reines Genussmittel konsumiert, macht sich weiterhin strafbar. Und der private Anbau der Pflanze - im Garten oder auf dem Balkon, egal ob als Medikament oder Genussmittel - ist seit dem neuen Cannabis-als-Medizin-Gesetz ebenfalls wieder komplett verboten!


springendes Schaf mit Hanfblatt - Bernd sagt Basta